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  Mlle Lenormand  
   
  Kurzbiografie über das Leben der Mlle Lenormand  
     
 

Mlle Marie-Anne Adélaide Lenormand (* 16. 9. 1768 in Alençon, Basse-Normandie; † 25. 6. 1843 in Paris) war die berühmteste Wahrsagerin des 19. Jahrhunderts und wohl eine der besten überhaupt.

"Die Sybille von Paris" oder "Die Seherin aus der Rue de Tournon" waren die Ehrenbezeichnungen, die ihr von ihren Bewunderern verliehen wurden.

Sie wurde am 16. September 1768 als Kind einer Kaufmannsfamilie im französischen Alençon (in der Normandie) geboren. Schon als Kind fiel sie durch ihr ungewöhnliches Wahrsage-Talent auf. So hat sie als siebenjährige ABC-Schützin durch eine korrekte Brandwarnung ihre Mitschülerinnen und Lehrerinnen der Klosterschule, die sie besuchte, vor dem Feuertod gerettet. Durch den frühen Tod ihres Vaters konnte Sie ihre Schulausbildung aus finanziellen Gründen nicht beenden. Als junges Mädchen verdiente sie sich ihren Lebensunterhalt zuerst als Näherin. Mit 24 (1793) ging sie dann nach Paris, wo sie als Verkäuferin und in einer Wäscherei arbeitete. Ermutigt durch den Zuspruch anderer Menschen, wandte sie sich bald ihrer Berufung zu: der Wahrsagerei durch Kartenlegen, wobei sie später ihre eigenen Divinationskarten schuf, das nach ihr benannte sybillinische Lenormand-Orakel, oder auch einfach der "Lenormand-Tarot".

Vier Jahrzehnte lang unterhielt sie in der Pariser Rue de Tournon Nr. 5 einen Salon mit der simplen Türaufschrift: " Mademoiselle Lenormand, Libraire". Dort legte sie der Pariser Gesellschaft die Karten. Sie wurde sogar am französischen Kaiserhof eingeführt, wo sich Kaiserin Josephine Beauharnais (1763 - 1814) und Napoleon Bonaparte (1769 - 1821) selbst von ihr wahrsagen ließen.

Doch das Wahrsagen war damals offiziell untersagt und insbesondere der Katholischen Kirche ein Dorn im Auge. Deshalb wurde Mlle Lenormand wegen ihrer Prophezeiungen mehrfach vor Gericht gestellt. Nebst hohen Geldbussen und einer Haftstrafe, wurde sie 1809 des Landes verwiesen. Sie verbrachte einige Jahre in Brüssel, ehe sie sich unter Berücksichtigung verschiedener Auflagen 1814 wieder in Paris niederlassen durfte.

Ihrer Beliebtheit hatte das keinen Abbruch getan, im Gegenteil. Mlle Lenormand starb am 25. Juni 1843 in Paris, wo sie bis zu ihrem Tod aktiv gewesen war als anerkannte und wohlhabende Frau. An ihrer Beerdigung nahmen sehr viele Menschen aus allen Gesellschaftsschichten teil.

 
     
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